Max Verstappen hat am Samstag in Singapur ein ereignisreiches Formel-1-Rennen gewonnen. Heftiger Regen hatte vor dem letzten Sprint im F1-Kalender 2026 für spannende Vorzeichen gesorgt. Nach einem fulminanten Start fiel George Russell den Bedingungen auf Platz eins liegend zum Opfer und crashte noch auf Runde eins. Nach dem Restart kontrollierte Verstappen das Geschehen souverän und holte nach 20 Runden den 14. Sprint-Sieg seiner Karriere vor Lewis Hamilton und Charles Leclerc.
Im Verfolgerfeld spielte sich in der letzten Runde ein Drama zwischen den McLaren-Teamkollegen ab, als Lando Norris im Kampf um Platz vier mit Oscar Piastri kollidierte. Der Weltmeister holte als Achter noch einen Punkt, sein Teamkollege ging leer aus. Die Plätze vier bis sechs belegten Kimi Antonelli, Liam Lawson und Oliver Bearman. Als Siebter holte Nico Hülkenberg von Startplatz zwölf zwei Punkte. Alle Reaktionen zur Formel 1 heute in Singapur gibt es im Live-Ticker
Die Highlights vom Formel-1-Sprint in Singapur
- Max Verstappen holt letzten Sprint-Sieg 2026
- George Russell crasht in Führung liegend
- Lando Norris schießt Oscar Piastri ab
- Nico Hülkenberg bringt Audi in die Punkte
- Nur 13 von 22 Autos kommen ins Ziel
- Start wegen Regen um 30 Minuten verschoben
Das Wetter: Die tropische Zone erwischte die Formel 1 nach dem Wetterchaos von Malaysia auch in Singapur. Eine halbe Stunde vor dem für 17:00 Uhr Ortszeit angesetzten Start des Sprints öffnete der Himmel seine Schleusen und regnete den Marina Bay Circuit stellenweise ein. Im Bereich der Start-Ziel-Geraden war der Monsun ähnlich stark wie in Sepang. Die Lufttemperatur betrug 30 Grad Celsius, der Asphalt war trotz der Nässe noch 43 Grad warm. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 85 Prozent betrug die Regenwahrscheinlichkeit 80 Prozent.
Formel-1-Sprint in Singapur startet wegen Regen mit Verspätung
Der Start: Aufgrund des Regens hatte sich im Bereich der Kurven 2 und 3 stehendes Wasser gebildet. Die Rennleitung verschob den Start deshalb um eine halbe Stunde. Da die Fahrer an diesem Wochenende noch keine Erfahrungswerte auf nasser Fahrbahn sammeln konnten, gab es zwei Einführungsrunden hinter dem Safety Car. Das gesamte Feld setzte wenig überraschend auf Intermediate-Reifen von Pirelli. Der Start erfolgte regulär stehend, allerdings mit 21 Autos im Grid. Carlos Sainz fuhr dem Feld nach Setup-Änderungen an seinem Williams aus der Boxengasse hinterher.
George Russell kocht Max Verstappen ab und schmeißt Mercedes weg
Pole-Setter Max Verstappen wurde von der Linie weg sofort ausbeschleunigt und verlor die Führung an George Russell. Dahinter holte Lewis Hamilton drei Positionen, er ging an beiden McLaren und Charles Leclerc vorbei. Die Top 10 komplettierten Kimi Antonelli, Liam Lawson, Pierre Gasly und Oliver Bearman. Im hinteren Mittelfeld gerieten Sergio Perez und Lance Stroll aneinander. Der Mexikaner hatte in Kurve 16 innen angegriffen, doch Stroll lenkte ein und es kam zum Kontakt. Letzterer musste an Ort und Stelle aussteigen, Perez schaffte es noch zurück an die Box, musste aber ebenfalls aufgeben.
George Russells Höhenflug endete noch vor Ablauf der ersten Runde. Der Leader kam am Ausgang der letzten Kurve außen auf die Fahrbahnmarkierung, verlor die Kontrolle über seinen Mercedes und schlug auf der gegenüberliegenden Seite in der Boxenmauer ein. Der Brite stieg aus dem schwer beschädigten Auto, die Rennleitung rief das Safety Car auf den Plan. Die Fahrer wurden daraufhin durch die Boxengasse geführt, damit die Streckenposten Russells Auto von der Start-Ziel-Geraden räumen konnten.
Während der Safety-Car-Phase mussten Isack Hadjar und Franco Colapinto mit technischen Problemen abstellen. Der Red-Bull-Fahrer rollte in Turn 5 aus und fuhr gleich in die Escape-Road.
Max Verstappen kontrolliert Singapur-Sprint nach dem Restart
Der Rennverlauf: In Runde 7 wurde das Rennen wieder freigegeben. Verstappen hielt sich Hamilton mühelos vom Leib, auch dahinter gab es keine Positionswechsel. Im Kampf um die letzte Punkteplatzierung setzte sich Oliver Bearman gegen Pierre Gasly durch und übernahm P8. Gabriel Bortoleto, Alex Albon und Valtteri Bottas waren weiter hinten noch vor dem Neustart an die Box abgebogen. Nur der Williams-Fahrer kehrte ins Rennen zurück, für Bortoleto und Bottas war Feierabend. Die Stewards untersuchten daraufhin eine Kollision zwischen Albon und Bortoleto.
Lewis Hamiltons Name landete ebenfalls bei der Rennleitung. Er wurde für einen möglichen Gelbverstoß notiert. Nach zwei Runden unter Renntempo wies Ferrari Charles Leclerc an, die Temperatur des Intermediate-Reifens zu managen. Hamilton bestätigte den Eindruck im Funk: "Es trocknet ab, es ist nur noch an ein paar Stellen ein kleines bisschen nass." In Runde neun ging auch Nico Hülkenberg an Pierre Gasly vorbei und übernahm Platz neun. Für den Alpine-Fahrer ging es weiter rückwärts, denn auch Esteban Ocon kassierte ihn.
Verstappen, Hamilton und Leclerc lagen zur Rennhalbzeit innerhalb von drei Sekunden. Dahinter klaffte eine Lücke von dreieinhalb Sekunden zu Oscar Piastri, der von Lando Norris unter Druck stand. Der Weltmeister lag nur eine halbe Sekunde hinter seinem McLaren-Teamkollegen. Auf P6 musste Kimi Antonelli immer weiter abreißen lassen. Er klagte am Team-Radio über fehlenden Grip, fing sich dann aber wieder und konnte bis auf anderthalb Sekunden an Norris herankommen.
Papaya-Debakel bei McLaren: Lando Norris nimmt Oscar Piastri raus
Die Schlussphase: Fünf Runden vor Schluss hatte Max Verstappen einen Gap von viereinhalb Sekunden auf Lewis Hamilton geöffnet. Der Ferrari-Fahrer war pro Runde teilweise eine halbe Sekunde langsamer, auch dahinter wurden die Abstände größer. Charles Leclerc lag als Dritter seinerseits fast drei Sekunden hinter dem Teamkollegen. Spannend blieb es nur zwischen den McLaren-Teamkollegen. Lando Norris befand sich immer noch weniger als eine Sekunde hinter Oscar Piastri, fand aber keinen Weg vorbei. Auf dem letzten Platz steuerte in Runde 15 auch Alex Albon die Box an, um abzustellen. Damit waren nur noch 14 Fahrer im Rennen.
In der 17. Runde wurde Charles Leclerc von den McLaren-Fahrern und Kimi Antonelli eingeholt. Der Monegasse meldete am Funk, dass die Reifen zerstört seien. Lewis Hamilton fuhr derweil eine neue schnellste Rennrunde, lag aber immer noch vier Sekunden hinter Verstappen. In der letzten Runde wagte Lando Norris in Kurve fünf innen den Angriff auf Oscar Piastri. Der Australier wurde in die Wand gedreht und musste aussteigen. Norris fiel auf die achte Position zurück.
Nach 20 Runden gewann Max Verstappen mit zweieinhalb Sekunden Vorsprung auf Lewis Hamilton. Charles Leclerc rettete den dritten Platz nur drei Zehntelsekunden vor Kimi Antonelli, dahinter komplettierten Liam Lawson, Oliver Bearman, Nico Hülkenberg und Lando Norris die Punkteränge. Bearman machte auf dem Weg in die Punkte sieben Plätze gut, Hülkenberg deren fünf.
Die Stimmen der Top-3 nach dem Formel-1-Sprint in Singapur
1. Platz - Max Verstappen: "Der Start war wieder katastrophal. Das ist definitiv etwas, woran wir arbeiten müssen, denn wenn dir morgen so etwas passiert, ist dein Rennen vorbei – sofern nichts völlig Verrücktes passiert. Es war also alles andere als ideal, aber wir hatten ein bisschen Glück mit dem, was George am Ausgang der letzten Kurve passiert ist. Danach willst du das Rennen einfach ruhig und kontrolliert zu Ende bringen, weil du weißt, dass man hier kaum überholen kann – erst recht unter diesen Bedingungen auf Intermediates. Ich freue mich, hier den Sprint gewonnen zu haben. Aber ich weiß auch, dass ich morgen gewinnen will und nicht heute."
2. Platz - Lewis Hamilton: "Ich hatte einen mega Start, das war großartig. Ich liebe es, diese Strecke bei Regen und unter solchen Bedingungen zu fahren. Als der Himmel seine Schleusen geöffnet hat, dachte ich sofort: Das wird ein großartiger Tag. Ich habe versucht, an ihn [Verstappen] heranzukommen, ohne dabei meine Reifen zu zerstören. Deshalb habe ich zunächst gar nicht so stark gepusht, konnte den Abstand aber trotzdem verkürzen. Dann wurde mir irgendwann klar: Wir haben noch einen langen Weg vor uns, und ich erwartete nicht, dass man unter diesen Bedingungen überholen kann. Es gibt eigentlich nur eine Linie. Deshalb habe ich etwas herausgenommen. Dann begann der rechte Vorderreifen ein wenig zu überhitzen. Später bekam ich das wieder unter Kontrolle und konnte gegen Ende wieder pushen und den Rückstand erneut verkürzen. Aber auf dieser Strecke ist Überholen einfach sehr schwierig."
3. Platz - Charles Leclerc: "Ab der Rennmitte hatte ich große Probleme. Ich bin bei der Balance ziemlich aggressiv in die andere Richtung gegangen als normalerweise und hatte dadurch eine relativ schwache Vorderachse. Im ersten Teil des Rennens hat das noch ziemlich gut funktioniert, aber als die Strecke abtrocknete, ging bei mir gar nichts mehr. Ich wusste, dass ich aus Kurve fünf einen sehr guten Ausgang brauchte, weil ich in allen Rechtskurven große Probleme hatte – besonders mit dem linken Vorderreifen. Ich kam eigentlich ziemlich gut aus der Kurve heraus, aber dann habe ich in die Spiegel geschaut und die roten Lichter am Heck der McLaren gesehen. Da wusste ich, dass etwas passiert sein musste."



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