Honda, MotoGP

In der MotoGP ist Honda die erfolgreichste Marke in der Geschichte des Sports, aktuell aber in der Krise. Alle News, Interviews und Infos hier.

Honda HRC Castrol

Daten & Fakten: Honda HRC Castrol

Gründungsjahr1995
NationalitätJapan
TeammanagerAlberto Puig
TechnikdirektorRomano Albesiano
Positionen HRC-Direktor: Tetsuhiro Kuwata
Crewchief Mir: Santi Hernandez
Crewchief Marini: Christhian Pupulin
RennserieMotoGP
FahrerLuca Marini (10)
Joan Mir (36)
Internetmotogp.hondaracingcorporation.com

Aktuelles Honda HRC Castrol MotoGP Motorrad: Honda RC213V

BezeichnungHonda RC213V
Baujahr2025
MotorHonda
ReifenMichelin

Geschichte von Honda HRC Castrol

Portrait

Die erste Honda wurde 1969 von Terry Dennehy in der Motorrad-Weltmeisterschaft eingesetzt. Das Honda-Werksteam existiert in der heutigen Form seit 1982, als Freddie Spencer auf der NS500 antrat, die er 1983 überraschend zum Titel prügeln konnte. 1987 konnte Wayne Gardner auf Honda Champion werden, im Jahr 1989 Eddie Lawason. Die nächsten Titel gingen an Yamaha und Suzuki, bis Mick Doohan 1994 seinen ersten WM-Titel gewinnen konnte.

Nach Doohans Triumph wurde Repsol Hauptsponsor des Teams. Der spanische Mineralöl-Konzern dürfte diesen Schritt nicht bereut haben, denn bis einschließlich 1999 stellte das Honda-Werksteam den 500ccm-Weltmeister. Nach dem "Absturz" in den Jahren 2000 und 2001, der maßgeblich auf die zu giftigen Motoren und die Motivationsprobleme des Weltmeisters Alex Criville zurückzuführen war, setzte Honda alles auf die Viertakt-Zukunft, die 2002 beginnen sollte.

Die neue Viertakt-Honda RC211V, die ab 2002 eingesetzt wurde, war der Konkurrenz um Längen voraus und Valentino Rossi wurde bequem zweimal in Folge Weltmeister. Nach Rossis Weggang Ende 2003 konnte erst 2006 dank Nicky Hayden wieder ein WM-Titel gefeiert werden. Auf die neue, ab 2007 geltende 800ccm-Formel war Honda nicht so gut eingestellt wie die Konkurrenz. Es dauerte bis zum letzten Jahr des Formats, 2011, bis Honda den Titel durch Casey Stoner holen konnte. Verletzungen verhinderten 2012 eine Titelverteidigung. Das ging sogar so weit, dass Stoner seine Karriere zum Ende der Saison überraschend beendete.

Valentino Rossi und Honda dominierten die ersten Jahre der MotoGP, Foto: Milagro
Valentino Rossi und Honda dominierten die ersten Jahre der MotoGP, Foto: Milagro

MotoGP-Dominanz mit Marc Marquez

Die Nachfolge des Australiers trat Supertalent und Moto2-Weltmeister Marc Marquez an, der sich gleich im ersten Jahr in einem packenden Titelkampf mit Teamkollege Dani Pedrosa und Yamaha-Mann Jorge Lorenzo zum jüngsten MotoGP-Weltmeister der Geschichte krönte. Dabei gerieten Marquez und Pedrosa jedoch mehrfach aneinander. Unwürdiger Höhepunkt war die Kollision der Teamkollegen in Aragon, die zu Pedrosas Sturz führte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sank das teaminterne Klima unter den Gefrierpunkt. Schon in der Vergangenheit waren bei Repsol Honda zwei Hähne im Korb zu viel: Die Duelle von Doohan und Criville sind mittlerweile legendär und nicht selten musste einer der beiden seine Honda aus dem Kies der Auslaufzone klauben. Criville konnte sich erst völlig entfalten und Weltmeister werden, als Doohan seine Karriere nach einer schweren Verletzung beenden musste.

Honda beteuerte zu Beginn der Saison 2014 zwar, dass man nicht vorhabe, Pedrosa zu ersetzen und voll hinter ihm stehe. Dennoch zog Marquez mehr und mehr die Aufmerksamkeit des Teams auf sich. Mit einem neuen Rekord von 13 Siegen in einer Saison sicherte sich Marquez 2014 seinen zweiten MotoGP-Titel, während Pedrosa den vierten Rang der Gesamtwertung belegte. 2015 mussten Honda und Marquez jedoch dem zu aggressiven Motor Tribut zollen und verloren viele Punkte durch Stürze in den Rennen. 2016 schlug man zurück und holte sich erneut den Titel.

2017 sicherte sich Marquez in einem packenden Duell mit Andrea Dovizioso und Ducati seinen vierten Titel. Pedrosa konnte zum wiederholten Male nicht mit seinem Teamkollegen mithalten und beendete das Jahr auf der vierten Position, was Repsol Honda trotzdem mit klarem Vorsprung die Teammeisterschaft einbrachte. 2018 blieb das Fahrerduo ebenso unverändert wie auch das Ergebnis: Marquez fuhr erneut zum WM-Titel. Pedrosa hingegen erwischte eine ernüchternde Saison und beendete seine MotoGP-Karriere.

Deshalb erhielt Marquez zur Saison 2019 mit Lorenzo einen neuen Teamkollegen. Doch das scheinbare Traumduo war nur auf einer Garagenseite stark. Denn wie sein Vorgänger Pedrosa hatte auch Lorenzo keine Chance gegen Marquez. Während dieser die MotoGP zum vierten Mal in Serie gewann, erlebte Lorenzo eine Saison zum Vergessen. Sportlich konnte er nicht mehr mithalten. Das Ergebnis: Obwohl er eigentlich auch für 2020 einen Vertrag gehabt hätte, verkündete er das Ende seiner Laufbahn als aktiver Pilot in der MotoGP.

Marc Marquez ist der erfolgreichste Honda-Pilot in der Geschichte, Foto: LAT Images
Marc Marquez ist der erfolgreichste Honda-Pilot in der Geschichte, Foto: LAT Images

Marquez-Crash leitet Honda-Krise ein

In der Saison 2020 deutete sich dadurch ein ganz besonderes Duell im Repsol Honda Team an: Mit Alex Marquez, amtierender Moto2-Weltmeister, verpflichteten die Japaner den jüngeren Bruder von Marc als Nachfolger für Lorenzo. Doch zu mehr als einem gemeinsamen Rennen in Respol-Farben sollte es nicht kommen. Marc Marquez stürzte gleich in Jerez schwer und musste am Oberarm operiert werden, ein verfrühter Comeback-Versuch nur vier Tage später kostete ihn die restliche Saison. Ohne den Dominator der Jahre zuvor war Honda auf verlorenem Fuß: Alex Marquez und Ersatzfahrer Stefan Bradl kamen nicht mit der zunehmend schwerer zu fahrenden RC213V zu recht und erzielten nur 101 Punkte, was gerade einmal Platz neun in der Team-WM bedeutete.

Für Alex Marquez war deshalb nach nur einem Jahr im Team wieder Schluss, er wurde zu LCR-Honda abgeschoben. Stattdessen verpflichteten die Japaner Pol Espargaro, doch auch mit ihm kehrte keine Besserung ein. Er erzielte nur 100 Punkte in 18 Rennen. Superstar Marc Marquez feierte 2021 zwar sein Comeback, konnte bis auf einzelne Ausnahmen aber nicht an alte Leistungen anknüpfen. Sein lädierter Oberarm machte ihm ebenso zu schaffen wie das schwer zu fahrende Motorrad.

2022 entschied sich Honda deshalb zur Generalüberholung der RC213V. Die Plätze drei und fünf zum Auftakt in Katar versprachen einen Aufwärtstrend, doch es wurde noch schlimmer: Espargaro erzielte im weiteren Saisonverlauf nur noch 40 Punkte und Marquez entschied sich nach dem Italien-GP aufgrund starker körperlicher Einschränkungen zu einer vierten OP des rechten Oberarms. Er kehrte erst in Aragon zurück. Zwar blieben die Ergebnisse auch dann weiterhin aus, immerhin schien die OP jedoch ein Erfolg gewesen zu sein.

2023 wollte Marquez mit 100 Prozent körperlicher Fitness wieder angreifen, doch die Saison sollte zum sportlichen Horror werden. Die Honde RC213V war mittlerweile so weit in technischen Rückstand geraten, dass selbst ein fitter Marquez nicht mehr um Spitzenplätze kämpfen konnte. Trauriger Höhepunkt: Das Sachsenring-Wochenende, an dem Marquez den Erfolg unbedingt erzwingen wollte. Auf der einstigen Paradestrecke stürzte er jedoch gleich fünfmal und musste letztlich auf einen Start am Sonntag verzichten. Der Anfang vom Ende: Wenige Monate später einigte sich der Spanier mit Honda auf eine vorzeitige Vertragsauflösung und wechselte zu Gresini.

Die Marquez-Honda-Ära endete 2023 unschön, Foto: LAT Images
Die Marquez-Honda-Ära endete 2023 unschön, Foto: LAT Images

MotoGP-Neustart ab 2024

Seit 2024 setzt Honda daher auf das Fahrerduo aus Joan Mir und Luca Marini, eine Trendwende gelang damit jedoch nicht. Vielmehr entwickelte sich 2024 zur bislang schlechtesten Saison in der Team-Geschichte, die beiden Stammfahrer konnten gemeinsam lediglich 35 WM-Punkte anschreiben und landeten damit abgeschlagen auf den letzten WM-Rängen. Mangels Alternativen setzt Honda 2025 dennoch erneut auf dieses Line-Up, diesmal allerdings ohne Repsol-Sponsoring. Der Mineralöl-Konzern zog sich aufgrund der Erfolglosigkeit Hondas Ende 2024 als Hauptsponsor zurück.

MotoGP-Chronik

SaisonMotorradWMPunkteGPSiegePolesSR
2025Honda6.30,003000
2024Honda11.35,0020000
2023Honda9.122,0020010
2022Honda9.171,0020010
2021Honda5.250,0018312
2020Honda9.101,0014001
2019Honda1.458,0019121012
2018Honda1.438,0018957
2017Honda1.508,00188115
2016Honda2.454,0018675
2015Honda2.453,0018797
2014Honda1.626,0018141414
2013Honda1.634,001891114
WM = WM-Position, SR = Schnellste Rennrunden
Unsere Datenbank zur MotoGP führt Statistiken seit 2004. Ggf. frühere Daten sind derzeit noch nicht berücksichtigt.
Wir bitten um Verständnis.

Häufige Fragen zum Thema Honda, MotoGP

Was ist mit Repsol Honda passiert?

Über viele Jahre dominierten Honda und Repsol gemeinsam die MotoGP. Nachdem Honda ab 2020 aber zunehmend in ein Formtief stürzte, Erfolge ausblieben und auch Superstar Marc Marquez das Weite suchte, beendete Repsol das Hauptsponsoring zur Saison 2025 nach knapp 30 Jahren.

Ist Honda noch in der MotoGP?

Ja, Honda tritt weiterhin in der MotoGP an. Der japanische Hersteller ist Gründungsmitglied und seit 2002 ununterbrochen am Start. Zur Saison 2025 erfolgte einzig eine leichte Namensänderung, nachdem der langjährige Hauptsponsor Repsol von Bord ging.

Wer fährt 2025 für Honda?

Das Honda-Werksteam setzt 2025 auf eine unveränderte Fahrerpaarung. Joan Mir (36) und Luca Marini (10) starten weiterhin für den Rennstall.

Ist Marc Marquez noch in der MotoGP?

Ja, Marc Marquez fährt weiterhin in der MotoGP. Nach seinem Honda-Abgang startete er 2024 für Gresini Racing und geht in der Saison 2025 nun für das Ducati-Werksteam an den Start.